Religionsmonitor – Sonderauswertung Islam 2015 – Argumente gegen Rechts 7

Einleitung: https://kaiserlichemajestaet.wordpress.com/2014/11/23/argumente-gegen-rechts-1-worum-geht-es/

Für den Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung wurden zwischen Oktober und Dezember 2012 14.000 Personen in 13 Ländern zu ihrer persönlichen Religiosität, ihren Werthaltungen und dem Verhältnis von Religion, Politik und Gesellschaft repräsentativ befragt.

Für die vorliegende Sonderauswertung wurden die Daten für Deutschland und die Türkei ausgewertet.

Muslime in Deutschland sind mit Staat und Gesellschaft eng verbunden – unabhängig von der Intensität ihres religiösen Glaubens.

Der Aussage, dass die Demokratie eine gute Regierungsform ist, stimmen 90% der hochreligiösen sunnitischen Muslime zu. Dies entspricht auch dem Zustimmungsgrad der mittel- und weniger religiösen Sunniten. Die Zustimmung zu dem Satz, man sollte allen Religionen gegenüber offen sein, stimmen 93% der hochreligiösen sunnitischen Muslime. Mit 85% sind nahezu ebenso viele der Meinung, jede Religion habe einen wahren Kern. Die zunehmende religiöse Vielfalt in unserer Gesellschaft empfinden 68% der hochreligiösen, 71% der mittel- und 75% der wenig religiösen Sunniten in Deutschland als Bereicherung.

90% der Muslime haben regelmäßig Freizeitkontakte zu Menschen anderer Religionszugehörigkeit. Rund 60% verfügen über mehr Freizeitkontakte außerhalb als innerhalb ihrer Religion. Nur 8% der befragten Muslime bewegen sich in einem rein muslimischen Freizeitnetzwerk. Dabei besteht kein Zusammenhang zwischen der Heterogenität des Freizeitnetzwerks und der Intensität der Religionsausübung.

Das Leben als religiöse Minderheit prägt religiöse Orientierungen und Werthaltungen der deutschen Muslime.

57 % der sunnitischen Muslime im Alter von 16 bis 30 Jahre hochreligiös; dieser Anteil beträgt unter 31 bis 40-Jährigen 63 %, unter 41 bis 50-Jährigen 49 % und bei über 50-jährigen Sunniten nur noch 20 %. Zum Vergleich: bei Katholiken in Deutschland beträgt der Anteil Hochreligiöser insgesamt 29 % – bei 16 bis 30-Jährigen lediglich 13 %.

Die Frage, wie oft sie einzelne Punkte ihrer persönlichen religiösen Einstellung überdenken, beantworten insgesamt 47 % der befragten Muslime mit „oft“ bzw. „sehr oft“; unter hochreligiösen Sunniten beträgt dieser Anteil sogar 63 %. In der Türkei reflektieren lediglich 36 % der hochreligiösen Sunniten über ihre religiösen Einstellungen.

Der Aussage, ein homosexuelles Paar sollte die Möglichkeit haben zu heiraten, stimmen insgesamt 40 % der hochreligiösen Sunniten in Deutschland zu. Dieser Anteil beträgt unter reflektierten, hochreligiösen Sunniten 58 %. In der Türkei stimmen nur 12 % einer Heirat homosexueller Paare zu.

In beiden Ländern sind ethisch-moralische Einstellungen mit der Intensität religiösen Glaubens korreliert; allerdings fällt dieser stark signifikante Zusammenhang bei Muslimen in Deutschland deutlich schwächer aus als in der Türkei. Der Grad der Zustimmung zur Heirat Homosexueller liegt in Deutschland bei Nicht- bzw. Wenigreligiösen bei 67 %, bei Mittelreligiösen bei 60 % und bei Hochreligiösen bei 40 %. In der Türkei stimmen ebenfalls 67 % der Nicht- bzw. Wenigreligiösen einer Heirat homosexueller Paare zu. Dieser Wert fällt bei Mittelreligiösen bereits stark ab auf 33 % und beträgt bei Hochreligiösen nur noch 12 %. Der geringere Unterschied bei Muslimen in Deutschland kann vorsichtig gedeutet als eine zunehmende Entkopplung von ethisch-moralischen Vorstellungen und der Glaubensintensität interpretiert werden.

Quellen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2015/januar/religionsmonitor/
http://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/Projekte/51_Religionsmonitor/Zusammenfassung_der_Sonderauswertung.pdf

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Weltsozialamt Deutschland – Argumente gegen Rechts 3

Einleitung: https://kaiserlichemajestaet.wordpress.com/2014/11/23/argumente-gegen-rechts-1-worum-geht-es/

Ausländer, die in Deutschland leben, bekommen mehr Sozialhilfe vom Staat, als sie in die deutschen Sozialkassen einzahlen.

Das stimmt nicht. Die Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH hat eine Untersuchung dazu durchgeführt, welche Ende November 2014 unter dem Namen ‚Der Beitrag von Ausländern und künftiger Zuwanderung zum deutschen Staatshaushalt‘ veröffentlicht wurde. Man kann sie hier lesen: http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/gutachten/ZEW_BeitragZuwanderungStaatshaushalt2014.pdf

Ich habe die entsprechenden Kernaussagen aus dem Vorwort hier einmal zusammengefasst:

  • Die Untersuchung arbeitet mit den Bevölkerungsdaten von 2012, damals lebten etwa 6,6 Millionen Ausländer in Deutschland.
  • Es wird nur zwischen Deutschen und Ausländern unterschieden.
  • Man sollte beachten: in der Untersuchung werden eingebürgerte Migranten, also ehemalige Ausländer, die 2012 bereits die deutsche Staatsangehörigkeit besessen haben, als Deutsche gezählt. Dies beeinflusst den fiskalischen Nutzen der „richtigen“ Ausländer mit hoher Wahrscheinlichkeit negativ, weil die Steuerzahlungen der ökonomisch erfolgreicheren „deutschen“ Ausländer zu den Deutschen gezählt werden.
  • Trotzdem haben die 6,6 Millionen Ausländer 2012 etwa 22 Milliarden Euro (pro Ausländer etwa 3300 Euro) mehr Steuern an den Staat gezahlt, als sie Sozialtransfers vom Staat bekommen haben (inklusive Bildungsausgaben).
  • Auch wenn man die zukünftige Alterung der heute hier lebenden Ausländer betrachtet und ihre zukünftigen Bezüge aus der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung berücksichtigt, so bekommt der Sozialstaat bei unveränderten wirtschaftlichen und fiskalpolitischen Rahmenbedingungen knapp 148 Milliarden Euro mehr von den Ausländern (etwas über 22000 Euro pro Ausländer), als er diesen auszahlen wird.
  • Die Staatsverschuldung Deutschlands wird in den nächsten Jahrzehnten durch bestimmte Ausgaben (zukünftige Renten usw.) auf etwa 146,6% des Bruttoinlandsprodukts steigen.
  • Unter folgenden Einwanderungsszenarien steigt die Staatsverschuldung auf 146,6% des Bruttoinlandsprodukts:
    • Sofortiger Einwanderungsstopp
    • 200000 Zuwanderer (netto) pro Jahr, wovon 40% das durchschnittliche Steuerniveau der bereits hier leben Ausländer besitzen und 60% das durchschnittliche Steuerniveau der Deutschen besitzen.
  • Unter folgenden Einwanderungsszenarien steigt die Staatsverschuldung weniger stark:
    • 200000 Zuwanderer (netto) pro Jahr mit einheitlich mittlerer Qualifikation (140,7%)
    • 200000 Zuwanderer (netto) pro Jahr mit einheitlich hoher Qualifikation (3,4%)
    • 200000 Zuwanderer (netto) pro Jahr mit 50% mittlerer und 50% hoher Qualifikation (72,1%)
    • 200000 Zuwanderer (netto) pro Jahr mit 70% mittlerer und 30% hoher Qualifikation (99,6%)
    • 200000 Zuwanderer (netto) pro Jahr mit 20% niedriger, 50% mittlerer, 30% hoher Qualifikation (116,2%)
    • 200000 Zuwanderer (netto) pro Jahr mit 20% niedriger, 70% mittlerer, 10% hoher Qualifikation (143,7%)
    • 200000 Zuwanderer (netto) pro Jahr mit der Qualifikation des Bevölkerungsdurchschnitts 2012 (126,3%)

Die Bürgerbewegung pro Deutschland will den Film „Innocence of Muslims“ zeigen. Warum eigentlich? Und was halten andere davon? Und der Geschäftsführer der Bürgerbewegung pro Deutschland, Lars Seidensticker, fordert: Aiman Mazyek soll Deutschland verlassen.

Der Eintrag auf der Internetseite der Bürgerbewegung pro Deutschland beginnt wie folgt:

Die Bürgerbewegung pro Deutschland hat sich dazu entschlossen, den Mohammed–Film „Innocence of Muslims“ in Berlin zu zeigen. Das entschieden Berliner Parteivertreter, nachdem es gestern in Ägypten und Libyen zu schweren Ausschreitungen muslimischer Extremisten gekommen war, bei denen u.a. der US-Botschafter in Libyen, Chistopher Stevens, ums Leben gekommen ist. Die Aufführung bedeutet keine vollständige Identifikation mit dem Inhalt des Films.

http://www.pro-deutschland-online.de/index.php?option=com_content&view=article&id=515:pro-deutschland-zeigt-mohammedfilm-innocence-of-muslims&catid=14&Itemid=2

In einem neueren Eintrag heißt es:

Bitte tragen Sie sich hier ein, um unsere regelmäßigen Informationen per eMail zu erhalten. Im November 2012 übermitteln wir an jeden Empfänger unseres eMail-Dienstes den Link zur Vollversion des Films „Die Unschuld der Muslime“.

http://www.pro-deutschland-online.de/index.php?option=com_content&view=article&id=522:die-unschuld-der-muslime–vollversion&catid=14&Itemid=2

Was mich jetzt interessiert, woher will Pro Deutschland den kompletten Film bekommen? Weiterlesen

München – Hauptstadt der Bewegung – Hauptstadt des Scheiterns? Michael Stürzenberger und DIE FREIHEIT sammeln Unterschriften für das Bürgerbegehren „Kein europäisches Zentrum für den Islam in München (ZIE-M)“

München muss aufwachen und kann – wenn es sich erst einmal herumgesprochen hat, was mitten in dieser schönen Stadt geplant ist – zur Hauptstadt der Gegenbewegung zur Islamisierung werden.

http://www.pi-news.net/2012/08/der-geist-von-al-qaida-am-munchner-stachus/

Michael Stürzenberger ist Landesvorsitzender des Landesverbandes Bayern der Bürgerrechtspartei für mehr Freiheit und Demokratie – Die Freiheit. Der Landesverband von Berlin versuchte bereits 2011 durch eine Aktion, nämlich die Einladung von Geert Wilders, im dortigen Wahlkampf zu punkten. Dies blieb jedoch wirkungslos und die Partei erhielt weniger als 1% der Stimmen.

In Bayern versucht Herr Stürzenberger nun analog dazu, mittels eines Bürgerbegehrens „Kein europäisches Zentrum für den Islam in München (ZIE-M)“, Interesse für die Partei zu wecken. http://www.bayern.diefreiheit.org/zie-m/

Update 13.09.2012: Es wurde ein neuer Stand der Unterschriftensammlung veröffentlicht und es gibt einige weitere Informationen bezüglich Die Freiheit (u.a. eine Parteiabspaltung). Mehr dazu am Artikelende. Weiterlesen